FEUERWEHR NOTRUF

Abschnittsübung Discobrand – Schloss Ehrnau

Disco-Brand im Schloss Ehrnau als Übungsszenario des Feuerwehrabschnittes Mautern

Am Freitagabend, dem 11. September 2026, fand beim Schloss Ehrnau in Liesingau eine groß angelegte Übung des Feuerwehrabschnittes Mautern unter Einbindung zahlreicher weiterer Einsatzorganisationen statt.

Ziel der Übung war es, die Abläufe bei einem Großschadensereignis zu überprüfen und insbesondere die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, weiteren Einsatzorganisationen und Behörden unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren.

Brand in einer Disco als Übungsannahme

Als Szenario wurde ein Brand in einer Disco im Kellerbereich des Schlosses Ehrnau mit starker Rauchentwicklung und einer größeren Anzahl eingeschlossener und verletzter Personen angenommen. Darüber hinaus galt es, zahlreiche abgängige Personen im umliegenden Bereich aufzufinden sowie Personen, die unter Schock standen, entsprechend zu betreuen.

Für eine möglichst realitätsnahe Darstellung kamen insgesamt 56 Übungsdarsteller zum Einsatz. Diese wurden gemeinsam mit dem Roten Kreuz vorbereitet und entsprechend ihren Rollen eingewiesen.

Nach dem Eintreffen der ersten Feuerwehren wurde unverzüglich mit der Erkundung sowie der Brandbekämpfung und Menschenrettung begonnen. Mehrere Atemschutztrupps drangen in die verrauchten Bereiche vor, um den angenommenen Brand zu bekämpfen und nach vermissten Personen zu suchen.

Parallel dazu wurden durch die ersten Einsatzkräfte verletzte Personen erstversorgt und ein Sanitätssammelplatz eingerichtet. Zur Lageerkundung und Suche nach abgängigen Personen kamen auch die Drohnen-Teams des Bereichsfeuerwehrverbandes Leoben und des Roten Kreuzes zum Einsatz.

Einsatzleitung und organisationsübergreifende Zusammenarbeit

Aufgrund des Umfangs des angenommenen Schadensereignisses wurde vor Ort eine entsprechende Einsatzleitung aufgebaut. Hier liefen die Informationen aus den einzelnen Einsatzabschnitten zusammen und die zahlreichen eingesetzten Kräfte und Organisationen wurden koordiniert.

Zur Unterstützung der Einsatzleitung kam auch der Abschnittsführungsstab Trofaiach zum Einsatz. 

Das Rote Kreuz Leoben mit Einheiten mehrerer Ortsstellen aus dem gesamten Bezirk Leoben übernahm die weitere Sichtung, Versorgung und Betreuung der zahlreichen Verletzten. Zur medizinischen Versorgung standen mehrere Notärzte, darunter auch der Notarzt des ÖAMTC-Notarzthubschraubers Christophorus 17, zur Verfügung. Auch das Kriseninterventionsteam (KIT) war eingebunden und übernahm die psychosoziale Betreuung betroffener und unter Schock stehender Übungsdarsteller.

Ein weiterer Übungsabschnitt wurde durch die Österreichische Wasserrettung – Einsatzstelle St. Michael abgearbeitet. Mit einem Einsatzboot rückten die Kräfte auf der Liesing an und retteten zwei Personen, die sich im beziehungsweise unmittelbar neben dem Gewässer befanden.

Durch die Einbindung der Polizei, der ÖBB und der Bezirkshauptmannschaft Leoben konnten auch wichtige Schnittstellen zu weiteren Organisationen und Behörden realitätsnah beübt werden.

141 Einsatzkräfte bei der Großübung

Insgesamt standen 141 Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen bei der Abschnittsübung im Einsatz.

Seitens der Feuerwehr waren die Freiwilligen Feuerwehren Mautern, Kalwang, Wald am Schoberpass, Kammern, Seiz, Madstein-Stadlhof, Traboch und Leoben-Göss, die Betriebsfeuerwehr voestalpine Donawitz, der Abschnittsführungsstab Trofaiach sowie die Freiwillige Feuerwehr Vordernberg mit dem Einsatzleitfahrzeug des Bereichsfeuerwehrverbandes Leoben samt Drohnen-Team beteiligt.

Unterstützt wurden die Feuerwehren durch das Rote Kreuz Leoben mit Einheiten mehrerer Ortsstellen aus dem Bezirk, mehreren Notärzten und KIT, den ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 17, die Österreichische Wasserrettung – Einsatzstelle St. Michael, die Polizei, die ÖBB sowie die Bezirkshauptmannschaft Leoben.

Übungsbeobachter begleiteten die einzelnen Abschnitte und analysierten die gesetzten Maßnahmen sowie die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte. Bei der anschließenden Nachbesprechung wurden erste Erkenntnisse aufgearbeitet und sowohl gut funktionierende Abläufe als auch mögliche Optimierungspotenziale besprochen.

Erfolgreicher Abschluss nach rund drei Stunden

Nach rund drei Stunden konnte die Großübung erfolgreich beendet werden. Anschließend fanden sich die Übungsdarsteller und Einsatzkräfte im Turnsaal der NMS Mautern ein, wo für Verpflegung und die Möglichkeit zum Aufwärmen gesorgt war.

Die Verköstigung übernahm der Versorgungszug der Freiwilligen Feuerwehr Leoben-Göss als Einheit der KHD-International, der damit ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Ablauf der Großübung leistete.

Dank an alle Beteiligten

Ein besonderer Dank gilt Übungsleiter OBI Wolfgang Hirt, der mit großem persönlichen Einsatz und umfangreicher Vorbereitung maßgeblich für die Planung, Organisation und erfolgreiche Durchführung dieser Großübung verantwortlich zeichnete.

Ebenso bedanken wir uns bei allen 141 Einsatzkräften, den 56 Übungsdarstellern, allen Übungsbeobachtern sowie sämtlichen beteiligten Organisationen, Behörden, Helfern und Unterstützern.

Unser Dank gilt seitens der Bezirkshauptmannschaft Leoben insbesondere Bezirkshauptmann Mag. Markus Kraxner, Referatsleiter Mag. Marcel Kerschbaumer und Daniela Wirth für ihre Teilnahme und die damit verbundene Wertschätzung unserer Arbeit. Ebenso bedanken wir uns bei Abg. z. NR Bgm. Andreas Kühberger, beim Bereichsfeuerwehrkommando Leoben mit OBR Ing. Alexander Siegmund und BR Ing. Andreas Köck sowie beim verantwortlichen Abschnittsfeuerwehrkommandanten ABI Hans-Peter Moder für ihre Teilnahme und Unterstützung.

Ein herzliches Dankeschön gilt außerdem der Freiwilligen Feuerwehr Leoben-Göss mit ihrem Versorgungszug für die hervorragende Verköstigung aller Übungsteilnehmer und Einsatzkräfte.

Nicht zuletzt bedanken wir uns bei Wilhelm Luttenberger, dass das Schloss Ehrnau für die Durchführung dieses umfangreichen Übungsszenarios zur Verfügung gestellt wurde sowie bei den Grundstückseigentümern der beübten Flächen.

Sollte es tatsächlich einmal zu einem vergleichbaren Großschadensereignis kommen, gilt es, bestmöglich darauf vorbereitet zu sein. Übungen dieser Größenordnung leisten dazu einen wichtigen Beitrag und zeigen, wie entscheidend eine strukturierte Einsatzführung, klare Kommunikation und das Hand-in-Hand-Arbeiten aller beteiligten Organisationen im Ernstfall sind.

Danke an alle Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit!

Gut Heil!


Text: BI d.V. Stefan Riemelmoser

Bildquelle: © FF-Mautern, Riemelmoser; © Norbert Ortner echtzeit-foto

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